Ergebnisse

Ergebnisse der Deutschen Filmfestspiele 2019 des BDFA
BDFA-Filmpreise gingen an
Am Zug!
von
Christian Brülle-Drews
Film ist Gefühl… Emotion… Film ist Leidenschaft. Eine Leidenschaft, die sich auf seine Zuschauer überträgt, sie in den Bann zieht, in eine andere Welt entführt und ganz für sich einnimmt. Im schönsten Fall durch die Spielfreude seiner Protagonisten, deren Lust beim Erzählen der Geschichte die Grenzen der Leinwand durchbricht. Und daher ist Film vor allem auch Eines: Ein Erlebnis... Ein Erlebnis, das man vielleicht nur ein einziges Mal genießen darf. Was vor über 100 Jahren Alltag war, wurde in diesen Tagen mit einem außerordentlichen Gespür für Timing, einer besonderen Raffinesse und auch mit einer Prise Mut nicht nur auf die Leinwand gezaubert, sondern im gesamten Raum zum Leben erweckt. Ein Erlebnis wurde geschaffen, das man mit Sicherheit nicht mehr vergessen wird. Nun, lieber Christian Brülle-Drews, sind Sie „am Zug“.
Laudator:
Thomas Scherer
==================================
Sommer im Garten
von
Nora Mazurek
Manchmal ist es gerade die Reduktion, die einen Film besonders macht – gepaart mit dem Vertrauen in die Phantasie seines Publikums. Über präzise kadrierte, ruhige Stilleben seiner großen Leidenschaft nähern wir uns dem wunderbaren Protagonisten dieses Films an, der uns nicht nur Einblicke in die akkurate Gestaltung seines heimischen Gartens gibt, sondern im intimen Gespräch mit seiner Enkelin auch tief in sein Herz blicken lässt. Die liebevolle Pflege seiner Pflanzen lässt sich wunderbar auf die aktuelle Situation mit seiner Frau übertragen, die als dritte Protagonistin zwar nie explizit gezeigt, jedoch immer anwesend ist. Ein leiser, reduzierter, formal stringenter Film mit Tiefgang, der noch lange nachwirken wird. Chapeau und herzlichen Glückwunsch!
Laudator:
Michael Schwarz
==================================
DAS KOKOS-SEIL
von
Hansueli Holzer
Eine Geschichte vom Scheitern und Wiederaufstehen. Erzählt von einem Beobachter, der seine Protagonisten nicht nur mit liebevoller Stimme begleitet, sondern ihnen auch genügend Raum gibt, ihre Geschichte selbst zu erzählen. Etwas Banales, wie die Herstellung eines Seiles, wird zum spannenden Objekt, präzise gefilmt und pointiert erklärt, ohne unnötigen Ballast auf das Wesentliche reduziert. Und am Ende blitzt ganz verschämt und natürlich der Stolz des Künstlers auf sein Werk durch – eine Sternstunde des dokumentarischen Arbeitens.
Laudatorin:
Birgit Weber
==================================
wenn möglich bitte wenden
von
Gerhard Kreysa
Ein Dokumentarfilm, der komplexe Vorgänge verständlich und nachvollziehbar erklärt. Ein Dokumentarfilm, der Chancen und Fehlentwicklungen der letzten 180 Jahre aufzeigt und mit seiner Botschaft klar Stellung bezieht. Ein Dokumentarfilm, der uns in der Antike abholt und uns in die Zukunft mitnimmt. Was dabei beeindruckt: Die komplexe Materie wird für den Zuschauer verständlich erläutert und mit zahlreichen Beispielen belegt. Wenn es der Wahrheitsfindung dient, dann scheut der Autor auch nicht den Selbstversuch und trinkt das in der Brennstoffzelle erzeugte Wasser. „wenn möglich bitte wenden“ ist eine sehr gelungene Mischung aus unterhaltsamer Wissensvermittlung und Vermittlung einer klaren inhaltlichen und politischen Position.
Laudator:
Jürgen Richarz
==================================
G 1
von
Simon Schmitz, Manfred Obermeyer
Der Komik bedarf es oft nicht viel. Sie braucht eine Geschichte, erzählerisches Timing und eine Pointe. Und dennoch gehört noch weitaus mehr dazu. Vor allem, wenn sie uns nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken anregen soll. Ein gezieltes Gespür für die Gratwanderung zwischen Komik und dem entscheidenden Moment, der unsere Gedanken in eine ganz neue Richtung lenkt. Eine besondere Herausforderung wird es dann, wenn die eigentlichen Schauspieler nichts zu sagen haben, und der Autor selbst ihnen das Leben einhauchen muss. Statische Objekte, alltägliche Dinge, werden auf der Leinwand zu Helden. Fast greifbare Personen, mit denen man mitfiebert, um deren Schicksal man bangt und
die sich meisterhafte Wortwitze gegen die Schalen werfen. Mit Fingerspitzengefühl, einer Menge Geduld und detailreicher Fleißarbeit werden Tomate, Pils und Co in unseren Köpfen lebendig. Lieber Simon: G (latte) 1!
Laudator:
Thomas Scherer
==================================
Wo die Zukunft auswandert
von
Rainer Drews, Sabine Matz
Der Film eines Autors, der die hohe Kunst versteht, den Zuschauer abzuholen und mitzunehmen auf eine Reise in die Vergangenheit. Ein unaufgeregter Sprecher, kein belehrender, sondern ein kluger und dennoch beiläufiger Text und eine ehrliche Betroffenheit ermöglichen einen sehr persönlichen Blick darauf, welchen verheerenden Einfluss Flucht und Vertreibung auf uns Menschen haben. Erst durch die persönliche Sicht wird uns unbeteiligten Zuschauern die Tiefe und Dimension dessen erfahrbar gemacht, was andere durchleben. Darüber hinaus verbindet der Autor geschickt und abwechslungsreich Zeit- und Erlebnisebenen zu einem nachhaltigen Ganzen, dessen Tagesaktualität bis weit in unsere Gegenwart hinein reicht.
Laudatorin:
Birgit Weber
==================================
Lichtburg - Kinogeschichte(n) aus Lünen
von
Uwe Koslowski
Vergangenheit lebendig werden lassen – immer wieder eine große Herausforderung des dokumentarischen Arbeitens. Im Fall unseres Preisträgers gelingt dies auf höchstem Niveau. Ausgehend von der Geburtsstunde und der Wanderjahre des Kinos allgemein, fokussieren wir uns auf die bewegte Kinogeschichte einer nordrhein-westfälischen Stadt; hervorragend recherchiertes Archivmaterial wird kombiniert mit aufschlussreichen, teils witzigen Zeitzeugeninterviews sowie hochwertigen Animationen des früheren Kinointerieurs. Eine sowohl filmhistorisch als auch stadtgeschichtlich sehr wertvolle, kurzweilige Liebeserklärung an unsere gemeinsame Leidenschaft, das Kino.
Laudator:
Michael Schwarz
==================================
Der diesjährige BDFA-Ehrenfilmpreis ging an
Manfred Riep aus Dortmund
in Anerkennung seines unermüdlichen Einsatzes
für den nicht kommerziellen Film
und den Bundesverband Deutscher Film-Autoren e.V.
==================================
Weitermeldung, WORLD MOVIE CONTEST - UNICA 2019, Zeist, Niederlande
Am Zug!
von
Christian Brülle-Drews
AIDA – open stream
von
Christopher Tin Brendel
Mein Fenster
von
Max Schäffer
COOP
von
René Laux
Aurora
von
Friedemann Leis, Maurico Torres
Wir schwimmen
von
Rahel Jung, Georgia Bauer
Berans Pfotentheater
von
Wolfgang Merz, Monika Merz
==================================
Weitermeldung, WORLD MINUTE MOVIE CUP - UNICA 2019, Zeist, Niederlande
teamplayer
von
Ulf Kalkschmidt
Waschtag
von
Manfred Hennig
==============================================
Mit dem BDFA-Special-Award «Unforgettable» wurde der Film
Vestigia
von
Hannah Stolze
ausgezeichnet.
==============================================
Mit dem Jugend-Sonderpreis der Firma Magic Multimedia GmbH wurde der Film
AIDA – open stream
von
Christopher Tin Brendel
ausgezeichnet.
==============================================
DAFF-PUBLIKUMSPREIS (Sieger der Publikumswertung):
1. Model Rita
von
Udo Heuberger
2. Am Zug!
von
Christian Brülle-Drews
3. Wo die Zukunft auswandert
von
Rainer Drews, Sabine Matz
4. Der Wald ist ihre Heimat
von
Doris von Restorff, Dr. Cord von Restorff
5. Solange die Füße tragen
von
Michael Preis
==============================================

Download
Ergebnisse der Deutschen Filmfestspiele
Ergebnisse-der-Deutschen-Filmfestspiele-
Adobe Acrobat Dokument 105.9 KB